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12.03.2026

„Mehr Eigenverantwortung statt Bürokratie“: Wirtschaftsausschuss stimmt Reform des Bayerischen Jagdgesetzes zu

Nach langen und intensiven Abstimmungen ist es soweit: Der Wirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags hat heute der Reform des Bayerischen Jagdgesetzes zugestimmt. Die Novelle stärkt die Eigenverantwortung vor Ort, schafft praktikable und rechtssichere Lösungen bei der Abschussplanung von Rehwild, passt Jagdzeiten an und nimmt Wolf sowie Goldschakal in das Jagdrecht auf. Ziel der Reform ist ein ausgewogenes Verhältnis von Wald und Wild, weniger Bürokratie und die Stärkung des an Grund und Boden gebundenen Jagdrechts.



Steffen Vogel, Mitglied des Wirtschaftsausschusses und Vorsitzender der Enquete-Kommission Bürokratieabbau, erklärt: „Mit dieser Reform geben wir den Menschen vor Ort die Instrumente, um Verjüngung und gesunde Wildbestände passgenau zu steuern. Die Aufnahme von Wolf und Goldschakal ins Jagdrecht ist notwendig. Mit der Reform erfolgen auch die notwendigen Klarstellungen zur Kitz- und Wildtierrettung. Damit reduzieren wir Bürokratie und schaffen Rechtssicherheit.“

Der umweltpolitische Sprecher Alexander Flierl ergänzt: „Wolf und Goldschakal gefährden die Artenvielfalt und können erhebliche Schäden in der Landwirtschaft verursachen. Ihre Aufnahme in das bayerische Jagdrecht ist deshalb folgerichtig. Ohne diesen Schritt geraten Naturschutz und Rechtssicherheit gleichermaßen unter die Räder. Durch das neue Jagdrecht auf Bundes- und Landesebene kann jetzt gehandelt werden, wo Zäune oder Herdenschutz nicht mehr ausreichen. Das gilt besonders in den alpinen Regionen Bayerns. Darüber hinaus bleiben die bislang dem Jagdrecht unterstellten Tierarten weiterhin dort verankert. Das ist sachgerecht, weil die bestehenden Regelungen mit klaren Zuständigkeiten, Hegepflichten und fachlichen Anforderungen einen bewährten Rahmen bieten, in dem Wildtiermanagement und Artenschutz verantwortungsvoll miteinander verbunden sind.“

Walter Nussel, Berichterstatter im Wirtschaftsausschuss und Beauftragter der Staatsregierung für Bürokratieabbau: „Die Eckpunkte des neuen Jagdrechts wurden in zahlreichen Gesprächen eng mit den betroffenen Verbänden abgestimmt. Wir setzen auf mehr Eigenverantwortung für Grundbesitzer und Jägerschaft, erweitern die Handlungsmöglichkeiten vor Ort, bauen Bürokratie ab und stärken eine zurückhaltende Rolle des Staates. Unsere Richtung bleibt: Kontrolle nur dort, wo es wirklich notwendig ist.“